Nokia Night of the Proms, Splitter-2

Moin,

danke eines gereichten Trockentuches kann ich nun weiterschreiben. Wo war ich…? Ach ja, der „Pförtnereingang“…

Nachdem mir also am Haupteingang die Auskunft erteilt wurde, „Da am Bauzaun links und dann um die Halle herum und nach ca. 5–10 Minuten Fußweg…“ mache ich mich frohen Mutes auf den Weg.

Der erste Abzweig nach dem Bauzaun führt in die matschige und abschüssige Botanik, also weiter geradeaus und nach dem nächsten Abzweig Ausschau halten. Es regnet natürlich immer noch und die Fototasche wird auf Dauer auch nicht leichter. Nach einigen weiteren Fehlversuchen führt mich nun ein Weg an der Halle entlang und der nächste (kleinere) Eingang ist in Sicht – leider nur für VIPs, wie man mich freundlich aber bestimmt an der Garderobe aufklärt: Ich möge doch bitte den nächsten Eingang nehmen.

Also wieder zurück in den Regen und weiter die Halle gegen den Uhrzeigersinn abwandern. Ist im hellen (und Trocknen) bestimmt hübsch hier, so aber bringt’s nicht wirklich Spaß. Ah! Da ist wieder ein Eingang, sieht sogar sehr nach Personal aus (irgendwie dunkel und versteckt zwischen zwei gigantischen Treppenaufgängen). Dort steht sogar Security, die zwar nicht weiß, wo der Pförtnereingang ist, aber definitiv weiß, dass er hier nicht sei.

Na gut, die Halle ist ja groß und vielleicht gibt’s ja irgendwo den wahren „Pförtnereingang“, weiter also mit dem Gepäckmarsch unter nassen Bedingungen.

Da hinten… sollte dort…? Ich wage es kaum zu hoffen, steuere aber dennoch die nächste Tür an. Security auch dort und die lächelt mich an und hält mir sogar die Tür auf – Donnerwetter! Ich sage erneut ganz tapfer mein Sprüchlein auf und erwarte nun, wieder das Folgende zu hören: „Nein, der gesuchte Eingang…“

Und dann muss ich mich mit klammen Fingern einmal kräftig kneifen, denn im ersten Augenblick verstehe ich die Tragweite der gehörten Worte gar nicht richtig. Im breitesten Münchner Dialekt vernehme ich nur Wortfetzen wie „ ja… hier… dort, der Tisch links…“

Der Rest verläuft dank der freundlichen Dame am Counter schnell und unkompliziert und dann heisst’s warten und wieder trocken werden.

Kleine Notiz am Rande: Während der Wartezeit stand ich noch einmal draußen, um meinen Nikotinspiegel aufzufüllen. Ich hatte mir einen überdachten Platz ausgesucht und während ich dort also stand und rauchte, kam ein junges Pärchen in lässiger (aber nicht regenfester) Abendgarderobe auf mich zu. Sie waren vorher von der Security am Pförtnereingang in breitestem Münchner Dialekt aufgeklärt worden, dass hier nicht ihr Eingang sei. Nun fragten die beiden mich also nach dem Haupteingang und ich konnte ihnen nur antworten: „Hier immer an der Halle entlang und dann beim Bauzaun rechts halten – so ca. 5–10 Minuten Fußweg…“